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Was ist „agile“? Ein Überblick.

Agile Teams – ist das neu und nützlich, oder nur ein kurzes Feuerwerk mit viel Schall und Rauch? Hier bringe ich für Sie etwas Ordnung in die Schlagwörter und starte damit eine Serie von Artikeln, wie Ihr „ganz normales” Team ein Stück agiler werden kann.

Agile TeamDas Etikett „agil” wird gerade gerne aufgeklebt. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass agiles Arbeiten unsere Arbeitswelt nachhaltig und positiv verändern wird. Ich halte Agilität für ähnlich relevant wie „Lean Management” in den 90er Jahren. Es ist die logische Fortsetzung von „lean”. Mehr als die Hälfte meiner Kunden stellt inzwischen um auf agiles Arbeiten. Die Frage ist weniger, ob Ihr Team agil arbeiten sollte, sondern wie es gut dahin kommen kann.

Ausgangslage: Die VUCA-Welt

Das Akronym VUCA / VUKA beschreibt unsere Welt: sich verändernd (volatil), unsicher, komplex und mehrdeutig (ambigious). Diese Rahmenbedingungen machen Führung anspruchsvoll, manchmal schwierig. Und auch spannend!

Disruption & Digitalisierung

Disruptiv sind Innovationen, die Technologien/Produkte/Dienstleistungen stark verändern oder verdrängen. Beispiel: Schallplatten – Musik-CDs – Streaming. Disruption ist ein Risiko oder eine Marktchance, je nach Perspektive. Für Kunden/User meist ein Fortschritt.
Die größte Disruption ist im Moment die Digitalisierung. Sie wird immer noch massiv unterschätzt! Digitalisierung passiert, und zwar schnell. Den Mitarbeitern ist das oft klarer als dem Management – das wäre schon ein erster Grund, agiler zu arbeiten!

Agil / agile

heißt, dass Ihre Organisation fähig wird, vorausschauend, flexibel und proaktiv zu handeln, um notwendige Veränderungen schnell einzuführen. Agile Teams und Unternehmen sind kunden- und nutzenorientiert. Sie arbeiten in Netzwerkstrukturen statt linear und hierarchisch.

Mechanistische lineare Arbeit

Bisher: Linear organisierte Arbeit

Agile Organisationen sind mitarbeiterorientiert. Die Führungskraft ist ein Dienstleister für das Team und sorgt dafür, dass dieses reibungslos arbeiten kann. Die Teams denken unternehmerisch und treffen viele Entscheidungen. Häufig sind sie crossfunktional (interdisziplinär) zusammengesetzt.
Agile Prinzipien sind: Durchgängig hohe Transparenz, eine Haltung des Vertrauens, Selbstorganisation der Teams mit wirksamen Feedbackmechanismen, Motivation durch sinn-volles Arbeiten.

Agiles Team, vernetzt

Agil: Komplex vernetztes Team

Typisch für agile Prozesse ist, dass dem Kunden relativ früh nutzbare Produkte (oder Vorstufen) präsentiert werden. Diese nähern sich durch wiederholte Verbesserung/Verfeinerung schrittweise der fertigen Lösung. Agile Prozesse bestehen aus aneinander gereihten Kreisen (Entwickeln/Feedback), die sich zu einer Aufwärtsspirale zusammensetzen (iterative, inkrementelle Abläufe). Die Nähe zum KVP, dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, ist kein Zufall.

Management 3.0 / Führung 4.0

oder „agile leadership” ist ein Führungsstil, der die Organisation als komplexes, soziales System versteht (statt klassisch linearer Führung: Plan-Einzelziele-Kontrolle). Die Führungsaufgabe ist, Rahmen und „Mindset” zu schaffen, dass Ihr Team selbstverantwortlich und motiviert arbeiten kann. Wichtig: Für klare Prioritäten sorgen und hinderliche Strukturen abbauen.
Agiles Arbeiten heißt keinesfalls, dass jegliche Führung und Struktur abgeschafft wird! Viele Führungsaufgaben kann aber das Team selbst übernehmen, nützliche Strukturen unterstützen Selbstorganisation und gute Arbeit.

Agile Methoden, z.B. SCRUM, Kanban

stammen aus der Software-Entwicklung. Agile Methode SCRUMSCRUM ist die bekannteste. Alle versuchen, mit weniger Bürokratie und Planungszeit zu arbeiten, um dem Kunden schnell ein nutzbares Produkt liefern zu können. Das Team stimmt sich dafür regelmäßig mit dem (internen oder externen) Kunden ab. Viel diskutiert wird, wie die auf kleine Teams zugeschnittenen Methoden skaliert werden können, um ganze Organisationen agil zu gestalten, z.B. mit LeSS (Large Scale Scrum), Nexus/Scrum of Scrums, SAFe.

Design Thinking und Lean Start-up

sind agile Methoden der Innovation: Ansätze für kreatives, praxisnahes Problemlösen und das Entwickeln von (Geschäfts-)Ideen und Produkten. Dabei wird interdisziplinär von den Bedürfnissen der Nutzer aus gearbeitet, in Anlehnung an industrielles Design mit Elementen wie Prototyping und Testing.

Agile Transformation

ist der Weg zur agilen Organisation. Wenn sie gelingen soll, müssen die oberen Führungskräfte müssen von agilen Werten überzeugt sein – besonders, wenn sie organisationsweit umgesetzt werden sollen. Auch einzelne Teams können anfangen, agil zu arbeiten – wenn man sie lässt!

Das funktioniert?

Ja. Agil ist ein guter Weg, mit der VUCA-Welt umzugehen. Starke Hierarchien arbeiten hierfür zu langsam. Agiles Arbeiten macht auch für die Mitarbeiter Sinn: Ihr Mitdenken ist gefragt. Viele Firmen beweisen, dass (gut umgesetzte!) Agilität schnell und erfolgreich macht. Und agile Organisationen sind attraktiver für kompetente Mitarbeiter – sie haben im Wettbewerb um fähige Mitarbeiter die Nase vorn.

Bedenken sind auch berechtigt: Bei der Umstellung knirscht es oft gewaltig. Agiles Denken kollidiert regelmäßig mit dem traditionellen Führungsverständnis und vorhandenen Strukturen. Für die Selbstorganisation von crossfunktionalen Teams ist es Gift, wenn Linienverantwortliche „dazwischen grätschen“. Da gibt es viel Gesprächs- und Klärungsbedarf.

Mein Vorschlag für Ihre Praxis: Teams können auch schrittweise anfangen, agiler zu arbeiten. Gerne unterstütze ich dabei und  werde Ihnen hier agiles Handwerkszeug für „ganz normale“ bestehende Teams vorstellen. Nutzen Sie doch gleich eine agile Idee: Sie müssen nicht ewig planen. Gehen Sie mit Ihrem Team erste, nützliche Schritte. Done is better than perfect!
Fangen wir an: 2018 wird Ihr (ganz normales) Team agil!

Sie haben Fragen dazu: Rufen Sie gerne an oder schreiben Sie mir.

Fotos: © adam121, wowomnom, vege, bonilla1879 @stock.adobe.com

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